WILLY and the POOR BOYS | Auf den Spuren von John Fogerty

 

Auf den Spuren von John Fogerty:
Willy and the Poor Boys huldigen CCR im Alten Kino

27.10.2012 - LAMPERTHEIM
Von Petra Gahabka

KONZERT Willy and the Poor Boys huldigen Creedence Clearwater Revival

„Willy and the Poor Boys - die authentische CCR-Show“. Damit hatten die Vorankündigungen keinesfalls zuviel versprochen. Was die fünf Musiker am Donnerstagabend im Alten Kino an Creedence-Clearwater-Revival-Covers ablieferten war vom Allerfeinsten.

Im Rahmen der Reihe Musikkultur Extra hatten die Musiker-Initiative-Lampertheim (MIL) und cultur communal zu diesem Konzerterlebnis eingeladen. Für die Hits der legendären amerikanischen Rockband machte man sich gerne auf den Weg in die Neue Schulstraße. Mit Tom Stalla stand ein Sänger auf der Bühne, der mit seiner charismatischen Stimme dem Original ganz nahe kommt.

Dabei gab der Frontmann zu einzelnen Songs kleine Geschichten zum Besten, hatte immer einen witzigen Spruch parat, spielte Gitarre und Mundharmonika. Allein seine Präsenz sorgte schon für ein exzellentes CCR-Feeling. Pit Verrier (Gitarre, Gesang) übernahm dabei sozusagen die zweite Hälfte von John Fogerty und spielte von Blues über Country bis hin zu fetten Rocklicks alles, was die Songs von CCR musikalisch ausmachen.

Straßenband

Mit Bassist Bonnie Batzler, Robert Maß (Keyboard, Gitarre, Gesang) und Schlagzeuger Dominik Götz war eine eingespielte, hochprofessionelle Rhythmusgruppe am Werk, die ihresgleichen sucht. In karrierten Hemden und Jeans gekleidet, heizte die Band den rund 200 Gästen ordentlich ein. Bei Hits wie „Have you ever seen the rain?“, „Proud Mary“ und „Bad moon rising“ wurde lauthals mitgesungen und in Erinnerungen geschwelgt. „Ich hatte von denen einen Bravo-Starschnitt überm Bett hängen“, erzählt Joachim. „Und ich hab alle Platten“, sagt Peter. Gespräche über die erste selbst gekaufte Platte, Woodstock oder alte Motorräder gab es an diesem Abend viele.

Willy and the Poor Boys spielen seit zirka drei Jahren zusammen. Benannt haben sich die Musiker aus der Metropolregion nach dem vierten Album von Cleedence Clearwater Revival, das im November 1969 erschien. Der Titelsong "Down on the corner" handelt von einer Straßenband namens Willy and the Poor Boys. Zwischen 1968 und 1970 verkaufte CCR mehr Platten als die Beatles. Ein Satz, der am Donnerstag immer wieder fiel: Die klingen ja total echt. Das hatte sich auch MIL-Mitglied Herbert Kunzmann gedacht, als er auf Empfehlung seines MIL-Kollegen Dominik Götz zu einem Auftritt der Jungs ging. „Herbert war begeistert und hat gleich eine Mail geschrieben, dass er uns für das Alte Kino haben möchte. Das ist wirklich eine Superlocation hier und ein tolles Publikum“, freute sich Verrier. Ehrensache, dass bei diesem Auftritt der Platz hinter den Drums dem Lampertheimer Dominik Götz gehörte.

Das zweieinhalbstündige Programm bot vom Bluesstandard „Night time ist the right time“ bis zum 1975 veröffentlichten „Rockin‘all over the world“ von John Fogerty - jenes Lied, das zwei Jahre später durch Status Quo weltberühmt wurde - alles, was das Zuhörer-Herz gehrte. Das Konzert endete, ganz nach dem Vorbild der Originale, mit dem Song „Keep on chooglin“. Die Zugaberufe verhallten erst, nachdem die ersten Töne von „Hey tonight“ erklangen.